1Phase 1 · Define · Definierenv2.1.3
Lean Six Sigma · Define-Phase · Prozess abgrenzen
EntwicklungMilad Karami🇬🇧 EnglishOriginal-Tool: John Naska (mokka.solutions) · Oktober 2026

SIPOC · den richtigen Prozess finden

Bevor du misst, musst du den Prozess sauber abgrenzen – sonst arbeitest du am falschen Prozess. SIPOC (Supplier · Input · Process · Output · Customer) findet aus der Vogelperspektive die Schritte, in denen du die Ursachen des Fehlers (das große Y) vermutest. Die Kunst ist die richtige Flughöhe. Wähl ein Fallbeispiel und arbeite dich durch die neun Phasen – am Ende steht dein fertiges SIPOC-Diagramm.

Geführter Modus
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Wann brauche ich ein SIPOC – und wofür genau?

Die häufigste Rückfrage im Kurs. Hier die Antwort an konkreten Situationen aus dem Arbeitsalltag.

SIPOC ist kein Diagramm für die Ablage. Es ist das Werkzeug für den Moment, in dem du einen Prozess verbessern sollst, aber noch nicht genau weißt, worüber alle eigentlich reden. In 60–90 Minuten schafft es eine gemeinsame Landkarte – bevor jemand anfängt zu messen oder zu lösen.

Du bekommst einen Verbesserungsauftrag »Das Onboarding dauert viel zu lange – kümmere dich mal drum.« Wo fängt der Prozess an, wo hört er auf? Wer ist beteiligt? SIPOC klärt den Umfang, bevor du Aufwand investierst.
Zwei Bereiche schieben sich den Ball zu »Das liegt an der IT.« – »Nein, HR liefert zu spät.« Ohne gemeinsame Prozesssicht streitet man über Zuständigkeit statt über Ursachen. SIPOC macht die Übergaben sichtbar.
Du übernimmst einen fremden Prozess »Ab Montag machst du das.« Du kennst weder Lieferanten noch Empfänger. SIPOC ist die schnellste Einarbeitung – in einem Bild.
Beschwerden häufen sich »Die Buchungen stimmen ständig nicht.« Symptome sind bekannt, der Prozess dahinter nicht. SIPOC zeigt, wo überhaupt gemessen werden kann.

✓ Dafür ist SIPOC da

  • Den Prozess abgrenzen: Wo beginnt er, wo endet er?
  • Alle Beteiligten auf eine gemeinsame Sicht bringen
  • Übergaben und Schnittstellen sichtbar machen – dort entstehen die meisten Probleme
  • Messpunkte finden: Welche Outputs lassen sich zählen?
  • Den Auftrag schärfen, bevor Zeit in Datenerhebung fließt

✕ Dafür ist SIPOC nicht da

  • Kein detailliertes Ablaufdiagramm – 4 bis 7 Schritte genügen
  • Keine Ursachenanalyse – das kommt danach (Ishikawa, Daten)
  • Keine Lösungssammlung – wer hier schon löst, überspringt das Verstehen
  • Kein Wertstrom – Zeiten und Bestände gehören nicht hinein
  • Kein Organigramm – es geht um den Fluss, nicht um Hierarchie
1 · AuslöserEin Prozess soll besser werden – der Auftrag ist noch unscharf.
2 · SIPOCGemeinsam abgrenzen: Start, Stop, Schritte, Lieferanten, Kunden, Messgrößen.
3 · EinigungAlle sehen denselben Prozess. Der Umfang ist schriftlich fixiert.
4 · MessenAn den gefundenen Output-Metriken Daten erheben (Baseline).
5 · AnalysierenErst jetzt Ursachen suchen – im abgegrenzten Bereich, mit Daten.

Im Six-Sigma-Ablauf steckt SIPOC in der Define-Phase – vor Measure. Es ist das erste, was man tut, und dauert selten länger als einen halben Tag.

Such dir einen Fall aus – wir gehen ihn gemeinsam durch

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SIPOC auf einen Blick

Fünf Spalten, ein Prozess in der Mitte. Gelesen wird von außen nach innen – aber gefüllt von innen nach außen.

SSupplier

Lieferant: Wer liefert die Inputs? Eine Abteilung, ein System, eine Person.

IInput

Was fließt in den Prozess hinein und wird verbraucht oder verarbeitet?

PProcess

Die abgegrenzten Schritte – 4 bis 7, in denen du die Ursachen vermutest.

OOutput

Was kommt heraus? Auch Nebenprodukte: Doku, Feedback, Metriken.

CCustomer

Kunde: Wer empfängt die Outputs? Auch interne Empfänger zählen.

Ziel ist kein perfektes Ablaufdiagramm, sondern den Gesamtprozess abzugrenzen, in dem die Ursachen für das große Y stecken. Jeder Output braucht einen Kunden, jeder Input einen Lieferanten. Der Bezug dahinter: Y = f(x) – das Ergebnis ist eine Funktion der Prozessschritte.

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Workshop – Schritt für Schritt

Neun Phasen. Links steht, was zu tun ist und warum – rechts/unten füllst du das Tool aus. Alle Felder sind editierbar.

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◆ Was du tun sollst

⚑ Hintergrund

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Dein SIPOC-Diagramm

Baut sich live aus deinen Eingaben auf. Gestrichelte Karten sind die per Vorgänger/Nachfolger-Trick gewonnenen Schnittstellen.

SSupplierLieferant IInputEingabe PProcessProzess (Scope) OOutputErgebnis CCustomerKunde
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Abschluss: Trägt dein SIPOC?

Prüfung gegen die Qualitätskriterien – und was als Nächstes zu tun ist.

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Reflexion & Lerntransfer

Die eigentliche Lernarbeit – nach dem Ausfüllen.

1 · Wo war die Flughöhen-Entscheidung am schwierigsten?

Die meisten Teams ändern zwischen Phase 2 und Phase 4 mindestens einmal die Granularität. War das bei dir auch so – und was hat dich dazu veranlasst: eine Team-Aussage, das Auswählen des Scopes oder die Definition der Inputs/Outputs?

2 · Welche Team-Aussage hat am meisten verraten?

Mindestens drei Aussagen zeigen auf Ursachen außerhalb deines Scopes (z. B. Code-Review oder Hardware-Beschaffung). Welche waren das – und brauchst du eigentlich zwei, drei parallele SIPOCs oder reicht eines mit klar markierten Schnittstellen?

3 · Wie verändert sich das SIPOC, wenn das Y anders wäre?

Angenommen, das eigentliche Problem wäre nicht die Zeit, sondern die Zufriedenheit nach 90 Tagen: Welche Schritte fielen weg, welche kämen dazu? Die Übung zeigt, wie eng das Y und der Prozess verknüpft sind.

Begriffe einfach erklärt +

SIPOC grenzt den Prozess ab, bevor gemessen und verbessert wird. Hier die wichtigsten Begriffe in einfachen Worten:

Wie das Speichern funktioniert +

Diese HTML-Datei ist dein Dokument. Alles, was du einträgst, landet beim Speichern in genau dieser Datei – so wie bei einem Word-Dokument. Gibst du die Datei weiter, sind alle SIPOCs darin enthalten.

Speichern (grüner Knopf oder Strg+S) sichert den aktuellen Stand – ohne jede Nachfrage. Solange noch keine eigene Arbeitsdatei angelegt ist, liegt der Stand im Browser und ist beim nächsten Öffnen wieder da.

Speichern unter (unter »SIPOCs«) legt eine Datei auf deiner Festplatte an. Das ist der einzige Ort, an dem du gefragt wirst, wohin gespeichert werden soll. Danach schreibt jedes weitere Speichern still in genau diese Datei.

Beim ersten Mal: Öffne die Datei, klicke auf »SIPOCs« und dann auf Speichern unter. Ab da genügt der grüne Knopf.

Automatisch gespeichert: Sobald eine SIPOC einmal gespeichert ist, sichert das Tool jede weitere Änderung nach wenigen Sekunden von allein.

Falls einmal etwas schiefgeht: Das Tool legt laufend einen Zwischenstand im Browser ab. Stürzt der Browser ab oder schließt du das Fenster versehentlich, ist deine Arbeit beim nächsten Öffnen wieder da.

Hinweis zu Browsern: Das direkte Schreiben in die Datei können derzeit Chrome und Edge. In Firefox und Safari bleibt alles im Browser gespeichert – die Datei selbst bleibt dann unverändert.